Kaufmännische Prozesse, Angebot und Nachfrage, Marketing, Vertrieb und Personalwesen sind Abteilungen einer Firma, die sich Schülerinnen und Schüler nur schwer vorstellen können. Damit diese Prozesse transparenter werden und Jugendliche in diese Berufsfelder Einblick erhalten, lud die LWS zum wiederholten Mal die „Talentfabrik“ aus Hille ein.
Am 26.06.2026 kamen sieben Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Talentfirma nach Ostercappeln und bauten ab 7.00 Uhr morgens die Abteilungen auf.
Der ganze Jahrgang 9 nahm einen Vormittag an der Simulation einer Firma teil, die Tüftelboxen produziert. In der Tüftelbox sind viele kleine Spiele und Knobelaufgaben enthalten, die es auch wirklich zu kaufen gibt.
Die Schülerinnen und Schüler waren in Gruppen aufgeteilt und erlebten in einem rotierenden Stationenlernen die verschiedenen Abteilungen unter der fachkundigen Anleitung der Dozenten der Talentfirma.
Was wurde vermittelt? Was haben die Jugendlichen erfahren? Hier einige Rückmeldungen der beteiligten Schüler/innen:
- Personalabteilung: „Ich habe meine Mitschüler in den Abteilungen beobachtet, wie sie sich dort einbrachten und welche persönlichen Stärken sie dort zeigen konnten. Ich bin dafür verantwortlich, dass meine Mitarbeiter am richtigen Ort eingesetzt werden, dass sie gefördert werden. Abmahnungsgespräche muss ich auch mal durchführen, wenn es nötig ist. Das stelle ich mir aber schwer vor.“
- IT-Abteilung: „Ich habe gelernt, dass der Barcode aller Produkte sich aus Ziffern zusammensetzt – 49 für Deutschland, dann die Ziffern für die Betriebsnummer und dann das Produkt. Beim Scannen an der Kasse oder einer anderen Ausgabestelle erfasst der Scanner die weißen Balken des Barcodes und man weiß immer digital, wie oft ein Produkt verkauft wurde oder noch auf Lager ist. Am Ende der Barcodes steht die Prüfziffer, die aus allen anderen Ziffern mit einer Formel berechnet wird. Dafür hatten wir auch Taschenrechner.“
- Einkauf: „Wir haben Angebote geschrieben und Angebote anderer Firmen verglichen. Ich habe gelernt, was Skonto ziehen bedeutet, frei Haus Lieferung, Mehrwertsteuer, Brutto- und Nettopreise. Das ist auch wichtig für meinen späteren Lohn. Ich merke mir das so: Brutto ist brutal viel, Netto bedeutet net so viel.“
- Marketing: „Mein Produkt brauchte eine schicke Verpackung, einen Hingucker. Die Kunden sollen total gerne das Produkt, Spielsteine Türme von Hanoi kaufen. Die Größe und der Aufwand für die Verpackung muss passen. Bunt ist auch sehr attraktiv.“
- Lager und Qualitätssicherung: „In unserem Lager muss Ordnung herrschen und alles muss wieder zu finden sein, weil ja viele Mitarbeiter dort arbeiten. Es gibt auch Hochregallager, aber hier jetzt natürlich nicht.“ „Wenn der Kasten Tüftelbox nicht schön gepackt ist, oder die Teile fehlerhaft sind, bringt der Kunde sie zurück. Dann verliere ich meinen Job irgendwann, weil keiner mehr bei uns kauft.“
- Vertrieb: „Wenn unsere Firma etwas verkaufen will, muss ich den Kunden ein gutes Angebot machen. Das Preis-Leistungs-Verhältnis muss stimmen. Und unsere Ausgaben für Material und Lohnkostenvorteil müssen auch gedeckt sein, sonst gehen wir pleite und ich verliere meinen Job.“
- Produktion: „Die Produktion fand ich auch ganz interessant. Jedes Teil muss richtig gut sein, sonst gibt‘s später Ärger. Aber am spannendsten war die Personalabteilung.“
„Alle Abteilungen müssen gut zusammenarbeiten. Wenn wir Mitarbeiter haben, die keine Lust auf ihren Job haben, gefährden sie die ganze Firma und damit auch meinen Arbeitsplatz.“
Über dieses praxisnahe Lernen im Wirtschaftsbereich konnten die Schülerinnen und Schüler ihre eigenen Vorlieben und ihre Stärken testen. Selbstreflektion und Beurteilung von anderen war dabei eine gute Hilfe, sich selbst auf dem Weg in den richtigen Beruf einschätzen zu lernen.
Wie bedanken uns ganz herzlich bei dem Team der Talentfabrik, die mit viel Geduld und hoher Sach- und Fachkompetenz unsere Schülerinnen und Schüler an diesem Tag unterwiesen. Wir freuen uns auch über die vielen positiven Rückmeldungen der Neuntklässler. Ein sehr gelungenes Projekt!





