Unsere 9. und 10. Klassen starteten jeweils mit zwei intensiven Tagen rund um das Thema Bewerbung in das neue Schuljahr. Was in Jahrgang 9 passierte: „Was muss ich wann zu welchem Zeitpunkt bei der Vorbereitung auf die Berufswahl eigentlich machen?“ Mit dieser Frage startet die Klasse 9 am ersten Tag in das zweitägige Projekt zum Thema Bewerbung. Mithilfe der Zeitleiste, die zusammen mit Herrn Martin Möller von der Agentur für Arbeit erarbeitet und besprochen wird, erkennen die Schüler und Schülerinnen die verschiedenen Bausteine in ihrer individuellen Vorbereitung auf ihre Berufswahl. Auch wenn bereits in der 8. Klasse erste Erfahrungen in einem Schulpraktikum gesammelt wurden, ist die zeitliche Abfolge der Schritte meist noch nicht ganz klar.
Begriffe wie beispielsweise Einstellungstest, Vorstellungsgespräch, freiwilliges Praktikum, Lebenslauf schreiben, online-Bewerbung und einiges mehr werden inhaltlich geklärt und in eine sinnvolle Reihenfolge gebracht. Anschließend lernen die SchülerInnen, was alles in einen Lebenslauf gehört und wie die formalen Kriterien für die äußere Form aussehen sollte, damit sich der zukünftige Arbeitgeber ein gutes Bild machen kann. Online Bewerbung? Kein Problem. Bei vielen Firmen gehört das bereits zum Standard. Das Einfügen einer digitalen Unterschrift wird genauso erlernt wie der Aufbau möglicher Bewerbungsmasken auf den Internetseiten der Betriebe.
Am zweiten Tag geht es nun an das Bewerbungsanschreiben. Gibt es eine besondere äußere Form? Wie beginne ich? Alles Neuland – aber machbar. Die Kunst besteht darin, sich im Bewerbungsanschreiben so zu präsentieren, dass der zukünftige Arbeitgeber das Können, die Vorerfahrung und die Motivation des Bewerbers gut erkennt und interessant findet. Ziel ist es, die Chance auf eine Einladung zu einem Vorstellungsgespräch zu erhalten. Im 9. Jahrgang bewerben sich die meisten SchülerInnen auf einen Schulpraktikumsplatz für den nächsten Februar. Der erarbeitete Lebenslauf und das Bewerbungsanschreiben sind nun als Vorlage gespeichert und können in abgewandelter Form auf einen anderen Betrieb oder eine andere Einrichtung jeweils für neue Bewerbungen benutzt werden. Das alles hört sich leicht an, ist aber in der Praxis schwierig. Daher werden die Schüler und Schülerinnen intensiv in Einzelgesprächen durch die Vertreter der Agentur für Arbeit, Herrn Martin Möller, unseren Berufsberater Tim Kroeschell, unsere Sozialarbeiterin Hanna Borgmeier und LehrerInnen unterstützt.
Was in Jahrgang 10 passierte:
Auch die 10. Klassen haben zwei Tage zur Verfügung, um sich auf die Bewerbung gut vorzubereiten. Am ersten Tag erfolgen die Ergänzungen des Lebenslaufs durch ein weiteres Praktikum aus Klasse 9 und eventuell zusätzlich neu gewonnene Erfahrungen. Außerdem ist nun auch der Zeitpunkt gekommen, sich auf einen Ausbildungsplatz zu bewerben oder auf das in Klasse 10 anstehende Sozialpraktikum. Auf Basis des Vorwissens aus Klasse 9 absolvieren alle Schüler und Schülerinnen diese Schritte erfolgreich.
Jede Klasse erhielt dann am zweiten Tag Besuch von einem externen Vertreter. Unser Gast, Herr Kache von der Barmer Ersatzkasse, vermittelt den SchülerInnen einen Einblick in den Aufbau von Einstellungstests und die Durchführung von Vorstellungsgesprächen. Ein Vorstellungsgespräch ist in der Regel mit Aufregung verbunden. Je besser vorbereitet man hineingeht, desto weniger Stress und gesundheitliche Belastung wird empfunden. Dies ist natürlich auch ein Anliegen des Referenten, Herrn Kache von der Barmer Ersatzkasse als gesundheitliche Präventionsmaßnahmen. Mit jedem Schüler und jeder Schülerin wird ein individuelles kurzes Vorstellungsgespräch durchgeführt und in einer Videosequenz festgehalten. Natürlich sind alle ein bisschen nervös. Wie kann ich mich am besten präsentieren? Kann ich auf Fragen passend antworten? Wann darf ich mich setzten? Begrüßung mit Handschlag oder ohne? Auf alle Fragen werden an diesem kurzweiligen Vormittag Antworten gefundenen. Die Körperhaltung, Gestik und eine angemessene Kleidung werden ebenfalls besprochen. Für viele sind die Videoaufnahmen hilfreich, denn sich selbst zu reflektieren und die Meinung der Mitschüler und Mitschülerinnen zu hören, führt schließlich dazu, weniger Fehler im Ernstfall zu machen. Und der Humor kommt an diesem Tag ebenfalls nicht zu kurz.
Insgesamt sind alle Teilnehmenden mit beiden Tagen sehr zufrieden und fühlen sich nun gewappnet für ihren Bewerbungsprozess. Die LWS wünscht ihnen allen viel Erfolg dabei!



